Werden Ladegeschwindigkeiten das neue Öl?

Ladegeschwindigkeit Drosselung

© alexmillos

Aus gegebenem Anlass möchte ich mich heute einmal zu einem Thema äußern, dass vielleicht nur bedingt zu Social Media passt. Fakt ist: Ohne das Internet, sind unsere sozialen Medien nicht möglich.
Aber worum geht`s? Die meisten von euch haben es schon mitbekommen: Die Telekom wird ab Mai im Festnetzbereich keine Internetflatrates mehr anbieten. Dies wurde offiziell von der Telekom bestätigt. Die langfristige Folge liegt für mich klar auf der Hand: Internet wird das neue Öl und wer schnell sein will muss zahlen…

Werden Ladegeschwindigkeiten so kostbar wie Öl?

Eines steht für mich ganz klar fest: Wenn die Telekommunikationsunternehmen die Ladegeschwindigkeiten eingrenzen, wird dies über früh oder lang deren Wert steigern. Denn wer das Maximum erreicht hat und dennoch nicht auf seine Internetgeschwindigkeit verzichten will, wird dann schnell zur kasse gebeten werden. So sehe ich es schon kommen: Ladegeschwindigkeiten werden das neue Öl!
Denn schon jetzt kann sich die Telekom der Tatsache bewusst sein, dass das Internet für uns unverzichtbar geworden ist. Es ist mittlerweile sogar wichtiger, als der Telefonanschluss selbst. Deshalb werden wir – genau wie bei Öl – trotz hoher Preise nicht darauf verzichten wollen.

Vodafone wird auch die Flatrates streichen?

Heute morgen tauchten Berichte von Insidern auf, die behaupteten, dass nicht nur die Telekom, sondern auch Vodafone die Flatrates streichen will. Angeblich habe sich die Telekom mit anderen Unternehmen abgesprochen, so die Gerüchte. Vor etwa einer Stunde (um 12:27) äußerte sich das Unternehmen jedoch auf Twitter wie folgt: „Aktuell haben wir keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden nach bestimmtem Verbrauch zu drosseln“.

Was genau wird von der Telekom gedrosselt?

Ab einer geladenen Menge von 75 Gigabite wird das Datenvolumen auf 384 KBit/s gedrosselt. Bei dieser Geschwindigkeit lässt sich im Internet nicht mehr vernünftig arbeiten. Downloads oder Streaming-Dienste werden nahezu unmöglich. So müsste man auf einen HD-Film etwa 23 Stunden warten. Noch brisanter ist die Tatsache, dass die Telekom ihre eigenen Streaming-Dienste bevorzugt behandeln wird, wodurch die Netzneutralität nicht mehr gewährleistet ist.
Die Drosselung der DSL-Geschwindigkeit betrifft den Festnetz-Internetanschluss. Mit Ausnahme der Telekom-eigenen Dienste wie Entertain udn mit Ausnahme von Internettelefonie. Besonders die Tatsache, dass eigene Dienste bevorzugt werden, trifft auf heftige Kritik.

Weitere Links zum Thema

Mein Kommentar

Das ganze Thema hat zwei Seiten. Das Eine ist, dass 75 GB verdammt viel ist. Im Schnitt verbrauchen Kunden 15 bis 20 GB im Monat. Laut Caschys Blog reicht dies etwa für 10 Filme in normaler Auflösung und 6 drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming. Also: Durchaus ausreichend.
Die andere Seite ist der Grund, warum ich diesen Artikel schreibe:

  1. Die Netzneutralität wird verletzt.
  2. Dies könnte nur der erste Schritt sein. Sobald wir uns an die Drosselung gewöhnt haben, könnte die Menge weiter fallen.
  3. Der Bedarf an Lademengen wird weiter steigen, da derzeit alle Welt auf Streaming- und Cloud-Dienste setzt.
  4. Lademengen werden nun zu einem kostbaren Gut gemacht. So könnten uns die Telekommunikationsfirmen bald ähnlich die Preise diktieren, wie man es auch den Ölkonzernen schon lange nachsagt.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Twitter