Social Media – Die richtige Strategie im Unternehmen

Social Media Strategie

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Social Media ist mittlerweile auch in den Unternehmen angekommen. Große Unternehmen, wie die Telekom, die Deutsche Bahn oder gar Pepsi sind schon lange sehr erfolgreich und professionell in den sozialen Medien vertreten. Und so langsam kommen auch die kleinen Händler mit Fanseiten um die Ecke. Dabei auffallend sind die vielen Gewinnspiele, die sich auf Facebook nur so türmen. Aber ist das wirklich die richtige Strategie für ein Unternehmensprofil?…

Mit dem Gewinnspiel zum Erfolg?

In vielen Unternehmen heißt es irgendwann: „Lass uns mal Facebook machen.“ Diese Aussage ist der erste Schritt in Richtung Social Media. Soweit so gut. Nur steckt hinter diesem Satz oft kaum mehr als die Aussage selbst. Schnell wird der jüngste Kollege dazu verdonnert ein Unternehmens-Profil anzulegen und „da mal was zu posten“.

Klar, dass der Erfolg ausbleibt und die Fan-Zahl kaum über die 50 hinaus geht. Denn wen interessiert es schon, wenn ein Bäckerei-Fachverkäufer ständig neue Brötchenangebote postet? Oder ein Nähmaschinen-Hersteller, der jeden Tag eine neue Nähmaschine vorstellt!? Ich will diesen Unternehmen nicht zu nahe treten. Ihr habt sicher jedes Recht und jeden Grund an Social Media teilzuhaben. Aber mal ehrlich: Wen interessiert dieser kram? Die Lösung scheint für die Social Media Neulinge fast immer ein Gewinnspiel zu sein. „Unter allen Gefällt-Mir verlosen wir ein iPad.“ Funktionierts? Klar, nach 2 Wochen hat das Unternehmen gleich mal 2.500 neue Fans. Und warum? Sind diese Menschen jetzt Fans des Unternehmens?…
Keineswegs! Sie sind Fans von Apple-Produkten. Punktum!

Wer sich Fans auf diese Weise einkauft, muss wissen, das die Fans nur scharf auf den Gewinn sind, nicht aber auf das Produkt des Unternehmens. Die Aufgabe lautet nicht „Mache deine Fans zu deinen Kunden“, sondern „Mache deine Kunden zu deinen Fans“!

Vergesst Facebook

Eine der ersten Regeln, die ich Unternehmen nenne lautet: Vergessen Sie Facebook! Denken Sie in Social Media.
Denn die Welt der Social Media ist riesig. Da wäre es fatal sich nur auf Facebook zu konzentrieren. Ich denke zum Beispiel an ein B2B-Unternehmen, also ein Unternehmen, das als Zielgruppe wiederum Unternehmen hat. Warum sollten sich Unternehmen im B2B-Bereich mit Facebook aufhalten, wenn sie Ihre Zielgruppe doch auf Xing und LinkedIn finden? Ein Fotograf wäre mit Instagram, Pinterest und Flickr besser beraten. Und eines noch: Warum denn NUR Facebook? Ein Unternehmen sollte sich stets breit aufstellen und möglichst viele Netzwerke nutzen, solange diese sinnvoll sind und zum Unternehmen passen.

Das Ziel ist der beste Start

Es ist unerlässlich sich als erstes zu fragen, was man eigentlich mit Social Media erreichen will. Er schaue regelmäßig in leere Gesichter, wenn ich diese Frage stelle. Was möchten Sie mit Social Media erreichen? „Ich will Fans gewinnen.“ Schon klar, aber warum? Ich könnte dafür sorgen, das jedes Unternehmen über Nacht 10.000 neue Fans bekommt. Aber was soll das bringen?

Mögliche Ziele könnten sein:

  • Markenpflege
  • Imagepflege
  • Erhöhung der Reputation
  • Steigerung der Bekanntheit
  • Stärkung der Nähe zum Kunden
  • Kundenbindung stärken
  • Erschließung neuer Zielgruppen
  • Neue Mitarbeiter gewinnen
  • Nutzung als „Kundencenter“
  • etc….

Wer seine Social Media Aktivitäten ohne gesetztes Ziel startet, hat es schwer ein konkretes Konzept zu verfolgen und so eine klare Linie bei den Beiträgen und Kommentaren zu haben. Der Überblick geht schnell verloren und ehe man sich versieht ist viel Zeit verbrannt, ohne ein Ergebnis erzielt zu haben.

À propos Ergebnis…

Welches Ergebnis eigentlich? Ohne Ziel kein Ergebnis! Das ist klar. Und wie messe ich das Ergebnis? Oder besser: Welches Ergebnis messe ich?
Für Unternehmer ist es wichtig, dass die investierte Zeit auch zu einem Ergebnis führt und letztlich den Umsatz steigert oder andere Ziele erfüllt. Der Erfolg der Aktivitäten lässt sich auf verschiedene Weisen messen. Hierzu sollte jedoch zunächst ein Konzept erstellt werden, dass sich

mit den Zielen und deren Erfüllung auseinandersetzt. Wer sich mit einem Konzept gut vorbereitet, seine Mitarbeiter einbindet, Influencer gewinnt und Stakeholder aktiviert, der hat eine tatsächliche Chance im Social Media Markt. Und zwar eine sehr gute. Erste Statistiken belegen, dass die „Fans“ eines Unternehmens mehr Geld für dessen Produkte ausgeben als andere Kunden.

Und um nochmal auf den Bäcker zurück zu kommen: Warum postet er nicht mal ein tolles Kuchenrezept oder einen Frühstückstipp? Das interessiert User wirklich und sorgt für echte Fans.
Und der Nähmaschinen-Hersteller? Er sollte einfach mal zeigen, was seine Maschinen können. Vielleicht eine pfiffige Anleitung mit YouTube-Video wie man mit einer Nähmaschine einen Vogel bastelt!?…

Content is King!

Abschließend

Ich kann es Unternehmen nicht verübeln, dass sie sich im Bereich Social Media nicht ohneweiteres wie die Profis zurechtfinden. Hier ist professionelle Hilfe gefragt.
Liebe Unternehmer, ich stehe euch gern zur Verfügung, wenn es um eure Aktivitäten im sozialen Netz geht. Schreibt mich gerne an. Dann klappts auch mit den Fans 🙂

7 Comments

  1. I like social media says:

    Die folgenden Beiträge wurden beim Relaunch der Seite aus dem alten Blog übertragen und haben deshalb alle das selbe Datum. Es ist weiterhin möglich hier zu kommentieren.

  2. Herrn Kaiser kann ich als Kleinunternehmer nur beipflichten – wenn man sich so durch die SoMe (um das Kürzel SM zu vermiden, aber passt irgendwie auch) und SEO Szene durchliest, hat oft den Eindruck von gepflegtem Selbstzweck.
    Das Geschwatze der Werbeagenturen, die ultimative Frage nach dem BUDGET (das man verpulvern kann), ist für den Klein- und Mittelständler nicht zielführend!
    Man darf und muss sich fragen, warum all diese Leute, die akademisch durchaus „richtige“ Thesen erstellen, selbst ihren „ERFOLG“ aber nicht messen lassen, nämlich am finanziellen Mehrertrag. Nur das zählt. Sonst nichts.
    Erklärungen, warum am Ende dieses oder jenes doch nicht klappte, nutzen nichts, die ruinieren nur.
    Die Werbeleute online oder offline, wollen – schon immer – gerne mit dem Geld anderer Leute Werbespielchen ausprobieren, aber selbst wenigstens ein Teilrisiko tragen will niemand… vorgeblich, weil man das Produkt ja nicht kennt. Traurig genug: werben, ohne sich mit dem Produkt und seinem Kunden zu befassen?
    Selbst Unsummen verlangen, aber dem Unternehmer per se unterstellen, er wüsste nicht, wie er dem gefundenen Kunden dann das Produkt auch verkauft?

    Man kann aber durchaus in fast jeder Branche Benchmarks hinsichtlich der Leistungsergebnisse irgendwelcher Maßnahmen definieren.
    Jeder Klein- und Mittelunternehmer macht das, denn der hat einen DIREKTEN Bezug zwischen Investitions-Ausgabe und gewünschtem ZIEL.
    BRANDING kann und will sich kaum jemand leisten, es geht um echten und mölichst direkten MEHRERLÖS, nicht nur UMSATZ; sondern auch GEWINN.
    Wenn eine Maßnahme X kostet und X Rohertrag bringt, habe ich verloren…Zeit, Geld, Nerven, Risiko“prämie“…

    Daher – bei allem Respekt und aller durchaus wohlwollenden Zustimmung zu vielem, was man hier und anderswo lesen kann: Leute, denkt mal an das, was der Auftraggeber BRAUCHT, damit er Euch bezahlen kann.
    Es ist eine irrige Annahme, dass er lediglich oder überhaupt ein Budget braucht – er braucht Mehrerlös, nur DANN ist Euer Einsatz gerechtfertigt und erfolgreich.
    ZALANDO-style-Games mit hunderten Mio UMSATZ bei 50 Mio Jahresverlust sind kein ERFOLG… auch, wenn das viele Medien gerne so glauben mache wollen.

    ERFOLG zeigt sich kurzfristig in barer Münze als PLUS in der Kasse und in der Bilanz.

    SEO und SoMe-Managemant auf Erfolgsbasis – ist glaubhaft…

    • Jan Diederich says:

      Guten Tag Herr Steiner. Ich muss sagen, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Am Ende geht es um den Erlös, bzw um das zuvor definierte Ziel. Das ist wichtig. Und da muss ich auch öfter den Kopf schütteln, wenn ich sehe, das große, etablierte Unternehmen ihre Social Media Aktivitäten nicht reporten.
      Eine Agentur zu Rate zu ziehen ist sicher ein Gangbarer weg. Aber diese sollte unbedingt Ihren Anforderungen und Zielen gerecht werden. In der Social Media Branche gibt es leider immernoch viel zu viele Laien, die behaupten professionell beraten zu können… Ich hoffe Sie haben da bessere Erfahrungen gemacht!?

  3. Guten Tag Herr
    Jan-Hendrik Diederich.

    Ihrer Auflistung ——

    Mögliche Ziele könnten sein:
    Markenpflege
    Imagepflege
    Erhöhung der Reputation
    Steigerung der Bekanntheit
    Stärkung der Nähe zum Kunden
    Kundenbindung stärken
    Erschließung neuer Zielgruppen
    Neue Mitarbeiter gewinnen
    Nutzung als „Kundencenter“
    etc….

    fehlt meiner Meinung nach ein wesentliches Merkmal, –
    verkaufen.
    Social-Media , – alles ganz nett,- aber ich muss daran denken, jedes meiner geschäftlichen Engagements hat das Ziel, – Geld zu verdienen.
    Das hört sich zwar furchtbar an, ist aber für mich und meine Familie Überlebenswichtig.

    Mit freundlichem und handwerklichem Gruß Karl J. Kaiser

    • Jan Diederich says:

      Guten Tag Herr Kaiser,
      vielen Dank für Ihren Beitrag. Da kann ich Ihnen grundsätzlich beipflichten. Denn am Ende wollen Unternehmen vor allem eines: Verkaufen. Und können Sie sich vorstellen, dass ein verbesserte Ruf, erhöhte Kundenzufriedenheit durch mehr Kommunikation und gesteigerte Bekanntheit durch virale Verbreitung letztlich zu der Steigerung Ihrer Verkäufe führen? Denn genau das kann der optimale Weg sein um neue Kunden zu Gewinnen und vorhandene Kunden zu halten.
      Wichtig ist, dass Sie ein für sich und Ihr Unternehmen passendes Konzept erstellen, in dem Sie unter anderem genaue Ziele definieren. So können Sie später im Reporting feststellen, ob Ihnen die Social Media Aktivitäten tatsächlich helfen konnten.

      Wenn Sie diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht haben, würde ich mich freuen, wenn Sie mir davon berichten 🙂

      Viele Grüße
      Jan-Hendrik Diederich

  4. … und denken Sie immer an die Königs-Disziplin: Das eigene Soziale Netzwerk. Hier gibts Möglichkeiten, die Facebook & Co. nicht bietet ….

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