Sozialer Brennstoff – Warum guter Content so wichtig ist

content management, content marketing

© Sandra Knopp

Stellt euch vor, Facebook (oder jeder andere Kanal) wäre ein Ofen. Dann wäre mein Content der Brennstoff für meinen Social Media Auftritt und die Flammen sind die Reaktionen. Je besser das Holz, desto höher die Flamme, desto wärmer das Haus. Wenn ich mit einem kleinen, aber guten Streichholz anfange, kann ich damit ganze Holzscheite in Brand setzen. Lege ich aber unbrauchbares Material wie Plastik in den Ofen, wird giftiger Rauch entstehen, den ich nur mit Mühe wieder aus dem Haus bekomme…
Content is King. Denn der Content ist die Basis eines jeden Social Media Auftritts. Er bestimmt, ob die Nutzer überhaupt Interesse an den Seiten des Unternehmens haben. Eine der grundlegenden Fragen, die zu Beginn in einem Konzept beantwortet werden sollten, ist also: Welchen Content sollte mein Unternehmen bieten?

70% aller User nutzen Social Media vorwiegend für private Zwecke. Nur 17,5% nutzen Facebook und Co. zur Interaktion mit Unternehmen (ABM Institute for Business Value analytics. CRM Study 2011). Wir können also davon ausgehen, dass es nicht einfach ist, einen neuen Fan/Follower zu gewinnen. Apropos gewinnen: Unternehmen, die es nicht abwarten können, setzen schnell auf Gewinnspiele. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Zwar hat Facebook die Regelungen erst kürzlich deutlich gelockert, dennoch sind die meisten Gewinnspiele wenig sinnvoll.

Wie sollte mein Content also aussehen, damit er die User überzeugt? Diese Frage sollte jedes Unternehmen für sich umformulieren: „Warum sollte ein User diesen Beitrag teilen?“
Nur wenn ich es schaffe einen Beitrag so zu konstruieren, dass er geteilt, geliked und kommentiert wird, habe ich eine Chance, durch virale Verbreitung neue Fans/Follower zu gewinnen und Publikum zu erreichen, das über die bereits vorhandenen Fans hinaus geht. Mein Content sollte also Nutzen stiften, lustig, interessant oder anderweitig eindrucksvoll sein.

Beispiel Bäckerei-Kette:

Schlechtes Beispiel:

„Alles muss raus: Diesen Freitag bekommt ihr unsere Mehrkornbrötchen zum halben Preis.“

Besseres Beispiel:

„Gesund in den Tag: Mehrkornbrötchen sind gesund und sorgen schon auf dem Frühstückstisch für die notwendigen Nährstoffe. Was genau daran so gesund ist, lest ihr unter www.musterlink.de/mehrkornbrötchen.
Und damit ihr es direkt mal ausprobieren könnt, bekommt ihr unsere Mehrkornbrötchen diesen Freitag zum halben Preis.“

Eine Bäckereikette hat es recht schwer Fans/Follower zu gewinnen. Ein Beitrag, der lediglich die aktuellen Rabatte wiedergibt, stellt für den Nutzer eine Werbung dar und ist deshalb gänzlich uninteressant; ja sogar störend. Anders sieht es aus, wenn der Bäcker versucht, dem Beitrag einen Nutzen zuzufügen. In diesem Beispiel ist es ein Gesundheitstipp. Dieser wird von den Nutzern positiver wahrgenommen.

Beispiel Strom-Anbieter:

Schlechtes Beispiel:

„Echte Sparfüchse gehen zu XY. Billigheimer gehen zur Konkurrenz. Den günstigsten Strom finden Sie nur bei uns. Jetzt unter www.musterlink.de beraten lassen und wechseln.“

Besseres Beispiel:

Wir alle brauchen Energie. Aber dabei sollte sie nachhaltig und ökologisch sein. Unser Ziel ist, Sie mit sauberer und Umweltschonender Energie zu versorgen. Und damit Sie einen Einblick bekommen, haben wir unter www.musterlink.de für Sie zusammengefasst, wie wir unsere Energie gewinnen.
Ach, bevor wir es vergessen: Günstiger als die Konkurrenz sind wir auch ;-)“

Energieriesen setzen in ihrem Marketing häufig auf den Preis. Und damit liegen sie gar nicht so verkehrt. Denn für den Großteil der Endverbraucher ist vor allem der Preis kaufentscheidend. Nicht so in den sozialen Netzen. Dort wird nicht gekauft. Dort wird diskutiert. Ein Energiekonzern tut sich also selbst etwas gutes, die aktuellen Themen aus den Netzwerken aufzugreifen und in der Unternehmenskommunikation einzusetzen.

Abschließend

Guter Content erfordert den Mut, vom üblichen Marketing abzuweichen und vielleicht auch mal mehr von sich preis zu geben. Das Ergebnis wird aber bestätigen, dass es sich lohnt, die anfängliche Skepsis zu überwinden.
Neben Mut spielen natürlich auch Kreativität und Empathie eine große Rolle. Wer sich hier nicht sicher ist, sollte sich unbedingt professionell beraten lassen, bevor die Social Media Aktivitäten die Startphase erreichen.

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    Tags: content, media, social, denn, hat, nur, marketing

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